
#orangedays :
Fürsorge-Fähigkeiten schüttelt man nicht aus dem Ärmel. Woher soll man wissen, wie es geht, jemanden zu umsorgen, zu pflegen, zu schützen, zu fördern- wenn die eigene Kindheit von Gewalt und/oder Vernachlässigung geprägt war? Gab es keine guten Beispiele, bleiben viele Fragezeichen im Innern.
Auch bei wiederholten Gewalterfahrungen im Erwachsenenalter, z.B. häuslicher Gewalt, kann der Zugang zu “Fürsorgeideen“ abhanden kommen: Wenn man tagtäglich erniedrigt, gedemütigt, ent-machtet wird, zerbröckelt nach und nach das intuitive Wissen, was gut tun würde, welche Bedürfnisse erfüllt werden wollen, wie emotionale Wärme aussehen kann.
Wir haben es erlebt, dass es für unsere Entwicklung von Selbst-Fürsorgefähigkeiten dringend wichtig war und ist, uns auch an Außenpersonen orientieren zu können. Trost, Zuwendung, Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit über verschiedene Gesten, Worte, Handlungen- gespiegelt von vertrauenswürdigen Menschen in unserem Umfeld.
Sich abschauen können, wie das geht, jemanden, der traurig ist oder etwas nicht alleine kann, freundlich zu unterstützen.
Hinhören, was das Gegenüber wie sagt, um einen zu ermutigen.
Hinfühlen, wie das ist, wenn jemand im Körperkontakt beruhigt und hält. Erkennen, welche Gefühle welche Art von Hinwendung brauchen und was sich stärkend anfühlt.
Solche Erfahrungen waren und sind hilfreich im Erlernen von “Fürsorge“. Auf sich selbst und andere bezogen!
Deshalb erwähnen wir auch immer wieder gerne, wie kritisch wir eine praktizierte Gefühlskälte in Therapien sehen -unter dem Deckmantel der “professionellen Distanz“…
Zurückgeworfen werden auf das Stichwort “Eigenverantwortung“ -falsch voraussetzend, man habe ausreichend Zugang zu Selbstfürsorgefähigkeiten- ist immer wieder ein Schlag ins Gesicht eines komplex traumatisierten Menschen.







