Ich denke, die Gefahr, im Helfen-Wollen hilflos (gemacht) zu werden, ist groß. Es gibt viele Fallstricke in einem unterstützenden Kontakt, und zwar auf beiden Seiten. Für die/den Betroffene(n) liegen die ersten Stolpersteine bereits in der Wahrnehmung der eigenen Bedürftigkeit- allein das erfordert schon eine Menge Reflektionsbereitschaft und innere „Ein-Sicht“. Wenn dann der Weg fortgeführt wird, von der Suche nach einer passenden Hilfsperson (ggf. jahrelang) über ein vorsichtiges Herantasten, zum näheren Kennenlernen, bis zu einem stabilen Arbeitsbündnis, sind so viele innere und äußere Hürden zu überwinden, dass einem schon mal die Puste und die Motivation ausgehen können.
Innerhalb eines therapeutischen oder anderweitig unterstützenden Kontaktes leisten Betroffene immer wieder mindestens Vertrauens-Vorschussarbeit. Wenn es richtig gut läuft, wachsen sie über sich selbst und die eigenen Ängste und Erfahrungen hinaus und gehen eine Verbindung ein, die hält. Sie tragen ihren Teil dazu bei, eine Beziehung zu einem Menschen aufrecht zu erhalten (auch während Kontaktpausen) und zu festigen- und dabei ist es nicht so wichtig, ob es sich um eine professionelle oder eine private Beziehung handelt. Es geht darum, am Ball zu bleiben, in Kommunikation zu sein, präsent und authentisch. Miteinander in Resonanz zu gehen. So etwas funktioniert meiner Ansicht nach nur, wenn die Helfer*innenseite auch bereit ist, diese menschliche Beziehungsebene wahrzunehmen, wertzuschätzen und zuzulassen. Ohne dabei ihre Grenzen zu verlieren. Ein Kunststück ist das, wenn es gelingt. Von beiden Seiten. „Hilfe, Helfer*innen, Hürden und Hoffnung“ weiterlesen